Die neue Chiemgau-Arena entsteht

Olympiastützpunkt am Zirmberg wird komplett modernisiertDie Umbauarbeiten an der Chiemgau-Arena für die Biathlon-WM 2012 sind im vollen Gange. Dort, wo sonst die Biathleten um Weltcup-Punkte laufen und schießen, sieht man zurzeit Kräne Lasten transportieren, Raupen Erdmassen verschieben und Lkws Baumaterialen anliefern. Denn das Stadion am Zirmberg soll spätestens zum Biathlon-Weltcup ab 12. Januar 2011 vollständig modernisiert sein, um die Generalprobe zur Weltmeisterschaft abhalten zu können, die vom 29. Februar bis 11. März 2012 über die Bühne geht.
Spatenstich am 20. März
Am 15. März, einen Tag, nachdem der letzte Wettkampf des Winters 2009/10 beendet war, begannen die Umbaumaßnahmen. Der offizielle Spatenstich erfolgte schließlich am 20. März durch Verkehrsminister Peter Ramsauer, Landrat Hermann Steinmaßl und Bürgermeister Claus Pichler.
Modernes Funktionsgebäude Der Neubau des Haupt- und Funktionsgebäudes soll den modernsten Ansprüchen gerecht werden. Das alte Gebäude, das zur Biathlon-WM 1996 errichtet wurde, platzte in fast allen Bereichen aus allen Nähten und wurde komplett abgerissen. Hier wird zu Beginn des neuen Winters ein mehrstöckiges Funktionsgebäude stehen, in dem das Pressezentrum, Räume für Dopingkontrolle, Verpflegung, Technik und Aufenthaltsräume für die Sporter untergebracht sein werden.
Bis zu 30 000 ZuschauerNicht zuletzt sollen die Zuschauer auf ihre Kosten kommen. Alle, die die Biathlon-WM vor Ort live miterleben wollen, sollen dabei sein können. Deshalb wird die Kapazität der Chiemgau Arena von 25 000 auf 30 000 Zuschauer erhöht. Trotzdem soll die einmalige Hexenkesselatmosphäre in Ruhpolding durch die Nähe der Fans zur Strecke und zum Schießstand wie bisher beibehalten werden. Ein höheres Zuschaueraufkommen erfordert auch ein ausgeweitetes Bus-Shuttle-System und einen vergrößerten Busparkplatz.
Höhere Beschneiungskapazität
Die Modernisierung der Infrastruktur ist auch aus anderen Gründen notwendig. So wurde zum Beispiel der Anschluss an das Kanalisierungsystem hergestellt. Erforderlich war auch eine Vorerkundungsbohrung für den Grundwasserbrunnen. Dies ist vor allem wegen des Beschneiungssystems und der Heizungsanlage wichtig. Die WM soll nicht daran scheitern, dass man bei Bedarf nicht genug Schnee produzieren kann. Die Chiemgau-Arena soll auch nach der WM 2012 ihren Ruf als Medaillenschmiede gerecht werden. Die Kadermitglieder, aber auch der Nachwuchs, der hier tagtäglich zum Training erscheint, finden nach dem Umbau auf dem Olympiastützpunkt optimale Bedingungen vor.
Gesamtkosten von 16 Millionen Euro
Für die Umbaumaßnahmen sind zirka 16 Millionen Euro veranschlagt. Ein Betrag, den die Gemeinde Ruhpolding und der Landkreis Traunstein nicht allein stemmen können. Der Bund (75 %) und der Freistaat Bayern (15 %) übernehmen einen Großteil der Kosten. Ministerpräsident Horst Seehofer überreichte dazu beim Biathlon-Weltcup 2010 den Zuwendungsbescheid an den 1. Bürgermeister von Ruhpolding, Claus Pichler.